Ruhrgebiet

Kino

Open Eye Cinema im Druckluft

Im Druckluft gibt’s in den nächsten Wochen immer Mittwochs Frischluftkino:

02. Juli 2008 - Auf der anderen Seite
Nach seinem Kritiker- und Publikumserfolg “Gegen die Wand” schlägt Fatih Akin im zweiten Teil der “Liebe, Tod und Teufel”-Trilogie besinnlichere Töne an. Seine Reise zwischen den Kulturen weist ein famoses Ensemble auf und eine Struktur, die “Babel” nahe kommt.

09. Juli 2008 - Keine Lieder über Liebe
Die beiden wichtigsten Menschen im Leben des angehenden Filmemachers Tobias Hansen (Florian Lukas) sind seine Freundin Ellen (Heike Makatsch), mit der er in Berlin zusammenwohnt, und sein Bruder Markus (Jürgen Vogel), der in Hamburg lebt und Sänger einer Band ist. Seit Tobias und Ellen Markus vor etwas über einem Jahr besucht haben, stimmt etwas nicht mehr in ihrer Beziehung. Tobias hat sich nie getraut zu fragen, aber er hat den Verdacht, damals könnte etwas zwischen Ellen und Markus gelaufen sein. Nun will er die Wahrheit herausfinden. Mit einem Kamerateam begleitet er seinen Bruder und dessen HANSEN BAND auf Konzerttournee ? Ellen bittet er mitzukommen.

16. Juli 2008 - Am Ende kommen Touristen
Der 19-jährige Wehrdienstverweigerer Sven (Alexander Fehling) wollte eigentlich seinen Zivildienst in Amsterdam ableisten, findet aber nur im polnischen Städtchen Oswiecim eine Stelle. Unter dem Namen Auschwitz wurde es als größtes deutsches Vernichtungslager zum Symbol für den Holocaust. Neben seiner Arbeit an der Gedenkstätte soll sich Sven um den KZ-Überlebenden Krzeminski (Ryszard Ronczewski) kümmern, der ihn aus purem Deutschenhass schikaniert. Verständnis findet er zunächst nur bei der jungen Ania (Barbara Wysocka).

Ein leises, aber wirkungsvolles Drama von “Netto”-Regisseur Robert Thalheim, der die schwierige Vergangenheitsbewältigung ohne Pathos, aber mit vielen kleinen, bewegenden Momenten leistet und von einem erstklassigen deutsch-polnischen Ensemble lebt.

23. Juli 2008 - Persepolis
Punkmusik, ABBA, Iron Maiden und natürlich Jungs - das sind die großen Leidenschaften des Mädchens Marjane, das im Iran lebt. Daran kann auch die Machtergreifung durch die fundamentalistischen Mullahs, die den Schah aus dem Land gejagt haben, nichts ändern. Marjane begehrt auf gegen die Verschleierungspflicht für Frauen, gegen die Bespitzelung der Bevölkerung und die Repressalien gegen ihre Familie. So groß ist Marjanes Lebenshunger, dass die Eltern sie sicherheitshalber außer Landes schicken, bevor Schlimmeres geschieht…

Unkonventionelle Zeichentrickverfilmung nach den spannenden autobiographischen Kultcomics der Iranerin Marjane Satrapi, die sich als Rebellin von den eifernden Mullahs nichts verbieten ließ. Die innere und äußere Reise eines Mädchens ist subtil, humorvoll und Angesichts der Lage im Iran aktueller denn je.

30. Juli 2008 - This is England
England in den frühen 80ern. Der zwölfjährige Shaun, dessen Vater vor kurzem beim Falkland-Krieg gefallen ist, ist der geborene Außenseiter: Klein, dicklich, unreif und mit denkbar uncoolen Klamotten ist er inmitten von all den Mods, New Romantics und Rude Boys an der Schule eine beliebte Zielscheibe des Spotts. Als er eines Tages wieder einmal frustriert nach Hause läuft, begegnet er dem Skin Woody. Dieser entpuppt sich trotz seines martialischen Äußeren als netter Kerl und nimmt den Kleinen in seine Gruppe auf. Zunächst orientiert sich Shaun noch an dem eher unpolitischen Woody, doch bald findet er einen gefährlicheren Ersatz-Daddy. Denn der rechtsnational gewirkte Combo wird aus dem Knast entlassen und beansprucht seine alte Führungsrolle in der Gang …

Auszeichnungen: Sonderpreis der Jury beim Filmfestival in Rom 2006; British Independent Film Award 2006 als bester Film; Hauptdarsteller Thomas Turgoose gewann den Preis als bester Nachwuchsdarsteller.

06. August 2008 - Tsotsi
Der mehrfach preisgekrönte und mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnete Film zieht den Zuschauer von Beginn weg in seinen Bann. Tsotsi ist die Geschichte eines blutjungen Gangsters, den man für seine Taten eigentlich hassen möchte, für welchen man/frau am Ende aber Tränen vergiesst. Spannungsgeladen und voller Adrenalin schildert der Film Tsotsis Welt voller Gewalt in den Slums, die durch das plötzliche Verantwortlichkeitsgefühl für das Baby jäh aus den Fugen gerät.

13. August 2008 - Just a Kiss
Mit Sensibilität, Humor und starken, authentischen Schauspielern erzählt Ken Loach die zarte Liebesgeschichte zwischen einem Sohn pakistanischer Einwanderer und einer jungen Glasgower Lehrerin. Beide begegnen sich zufällig, als Casim seine jüngere Schwester von der Schule abholen will, in der Roisin als Musiklehrerin arbeitet. Sie verabreden sich, gehen tanzen, verlieben sich, aber vor seiner Familie versucht Casim ihre Beziehung geheim zu halten. Denn er steht kurz vor der seit Jahren anberaumten Hochzeit mit seiner Cousine, die er nicht kennt und die seine Eltern für ihn bestimmt haben. Seine Eltern akzeptieren einerseits seine Arbeit als DJ in den Glasgower Clubs, sind jedoch strenge Moslems, denen ihre Familientraditionen sehr wichtig sind. Eine Absage der Hochzeit würden sie deshalb niemals akzeptieren. So muss Casim wählen zwischen der Familie und der Liebe – einer Liebe, die sich gegen alle politischen und kulturellen Widerstände behaupten muss und seine Familie zerstören würde.

20. August 2008 - Babel
Ein einziger Gewehrschuss verändert das Leben mehrerer Menschen auf drei Kontinenten, die sich fast nie begegnen. Bei fahrlässigen Schießübungen verletzen zwei marokkanische Jungen die amerikanische Bustouristin Susan (Cate Blanchett) lebensgefährlich. Ihr Mann Richard (Brad Pitt) bangt in einem Dorf bar medizinischer Hilfe um sie. Der Vorfall wird zum Politikum, und eine Jagd auf vermeintliche Terroristen nimmt ihren Lauf. Derweil schmuggelt die Haushälterin Amelia (Adriana Barraza) zwei Kinder mit auf eine Hochzeit in Mexiko. Und in Japan leidet die taubstumme Chieko (Rinko Kikuchi) unter Vereinsamung.

Weltumspannendes Ensembledrama mit vier raffiniert ineinander verwobenen Storys, in denen Alejandro González Iñárritu (”21 Gramm”) eindringlich und packend über Schuld, Schmerz, Vergebung und die Unfähigkeit miteinander zu sprechen meditiert.

27. August 2008 - Das Leben der Anderen
November 1984 - mitten in Ostberlin. Hier lebt der Theaterregisseur Georg Dreyman zusammen mit seiner Lebensgefährtin Christa-Maria Sieland, eingegrenzt von einer Mauer und überwacht vom übermächtigen System der Stasi. Gerd Wiesler, strenger Verfechter des Systems und Stasi-Hauptmann, wird beauftragt, die Wohung des Künstlers zu bespitzeln und erhofft sich dadurch einen Aufstieg in seiner Stasikarriere. Beim Bespitzeln des “Leben der anderen”, aber verändert sich auch sein Leben…

“Florian Henckel von Donnersmarck ist ein beeindruckendstes Regiedebüt gelungen, das voller Spannung, schauspielerischer Größe und Dramatik steckt. Ein Film, der mit Elementen des Thrillers und des Dramas ein wichtiger Beitrag der deutschen Vergangenheitsbewältigung ist.”

Wann: jeweils um 21:00 Uhr

Wo:
Druckluft e.V.
Am Förderturm 27
46049 Oberhausen

[Foto via photocase von calmate]

Kommentare

Ein Kommentar zu “Open Eye Cinema im Druckluft”

  1. [...] Open Eye Cinema im Druckluft Unter dem Namen Auschwitz wurde es als größtes deutsches Vernichtungslager zum Symbol für den Holocaust. Neben seiner Arbeit an der Gedenkstätte soll sich Sven um den KZ-Überlebenden Krzeminski (Ryszard Ronczewski) kümmern, … [...]

    Kommentar von Band Ohne Namen » Blog Archive » Open Eye Cinema im Druckluft | 12. Juli 2008, 00:49

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