Ruhrgebiet
Krabbeltiere finde ich toll. Ein Spaziergang kann sich bei mir schon mal in die Länge ziehen, weil ich bei jedem Insekt, dass nicht sofort wegfliegt erst mal schauen muss, ob es süß ist. Und das ist meistens der Fall! Am liebsten sind mir die Discokäfer. Das ist eine völlig frei erfundene Bezeichnung für alle Käfer mit schillerndem Panzer. Ihr seht, ich bin in der Käfer- und Insektenkunde ein völliger Laie. Aber mutig:
Mehr Fachwissen dürft ihr allerdings bei der aktuellen Ausstellung im Haus Ripshorst erwarten:
Es krabbelt und wuselt im Haus Ripshorst – zumindest auf Bildern. Denn “Insecten – Belustigung – Naturkundliche Darstellungen des 17. – 19. Jahrhunderts” ist der Titel einer neuen Ausstellung im Informationszentrum Emscher Landschaftspark zu sehen ist. Ausgangspunkt der Schau ist der 1740 von August Johann Rösel von Rosenhof erschienene Bildband “Insecten-Belustigung”. Die Illustrationen und Beschreibungen in von Rosenhofs Werk zählen zu den lebendigsten in der künstlerischen Insektenliteratur. Sein Werk zeigt beispielhaft wie Künstler seit dem 18. Jahrhundert versuchen, wissenschaftliche Neugier mit künstlerischer Freiheit zu vereinen.
Die aktuelle Ausstellung umfasst mehr als 40 Grafiken aus den Beständen der Stiftung Ruhr Museum, darunter Exemplare von Anna Sybilla Merian (1705), Friedrich Wilhelm Berge (1842), Christian Sepp (1702) und Oken (1839), sowie das vierbändige Werk von August Johann Rösel “Insecten-Belustigung” (1740). Besucher sollen mit Hilfe der ausgewählten Grafiken eine Idee bekommen, wie eng die Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Neugier in der damaligen Zeit gewesen ist.
Die Künstler und ihre Arbeiten
Als eine der ersten studierte und beschrieb Anna Sybilla Merian die Metamorphosen der Insekten. Sie veröffentlichte um die Mitte des 17. Jahrhunderts eine Vielzahl detailreicher Farbtafeln mit heimischen und exotischen Exemplaren auf Futterpflanzen oder in lebensnaher Umgebung. Als die Naturforscher gegen Ende des 17. Jahrhunderts damit begannen, die Natur durch Vergrößerungsgläser und Mikroskope zu betrachten, standen vor allem die Insekten im Mittelpunkt des Interesses. Erst in der Vergrößerung erschloss sich eine bis dahin kaum bekannte Welt.
Viele der Illustrationen des 18. Jahrhunderts erinnern in ihrer Ästhetik an naturhistorische Sammlungen. Oft in natürlicher Größe präsentieren sie sich wie auf Nadeln gespießt und in “Reih und Glied” angeordnet dem Betrachter. Abbildungen dieser Art lassen sich noch heute deutlich von den lebensnahen Darstellungen in der Tradition Merians unterscheiden. Letztere fanden nach wie vor ihren Platz in populärwissenschaftlichen Illustrationen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. (Quelle: RVR Pressestelle)
[Foto: fotografiert von hupfi76 während unserer shoestring Reise in Thailand]
[Illustration: Augustus Iohannes Roesel von Rosenhof]
Wann: bis zum 14. September 2008
Dienstag bis Sonntag 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Wo:
Haus Ripshorst
Ripshorster Straße 306
46117 Oberhausen
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