Ruhrgebiet
Die Ausstellung befasst sich mit künstlerischen Positionen die einen Bezug zu "Natur" im weitesten Sinne haben. Die ausgewählten KünstlerInnen untersuchen aus verschiedensten Blickwinkeln das Verhältnis Mensch – Natur. Sie analysieren die Verschmelzungspunkte von Natur und Kultur, vom Natürlichen und Künstlichen.
Der Begriff "Natur" (lat.: natura, von nasci "entstehen, geboren werden") wird in verschiedenen Gesellschaften und oft auch innerhalb einer Gesellschaft unterschiedlich und teilweise widersprüchlich verwendet.
Unter Natur wird heute im westlichen Kulturkreis im allgemeinen das verstanden, was nicht vom Menschen geschaffen wurde. Hier unterscheidet man zwischen belebter Natur (z.B. Pflanzen und Tiere) und unbelebter Natur (z.B. Steine, Flüssigkeiten, Gase). "Natur" wird als Gegenbegriff zu "Kultur" verstanden.
Im Rahmen der Ausstellung wird mittels bildnerischer Medien thematisiert, dass die Natur sich seit dem 19. Jahrhundert langsam zum "Produkt" entwickelt hat, vom Menschen soweit manipuliert und beeinflusst, dass sie ihrer "eigentlichen Natur" völlig verlustig gegangen ist. Es wird heute als absolut normal betrachtet, dass man etwas "natürliches" künstlich generieren kann und dass etwas "künstliches" natürlich erscheint. Die Verwischung der Grenzen zwischen Natur und Kultur ist längst eine allgemein akzeptierte Tatsache.



Beteiligte KünstlerInnen:
Harald Finke, Hamburg
Die scheinbar undenkbare Kommunikation mit Pflanzen wird in den Arbeiten von Harald Finke praktiziert. Das Projekt PflanzenSchrift – Parallelzeichnung ist ein Forum, in dem sich Künstler und Betrachter auf bisher unbekannte Art und Weise einbringen können. Pflanzen reagieren auf die Kommunikationsangebote von Menschen.
Jennifer Halfpap, Hamburg
Die Künstlerin und ehemalige Biologiestudentin hat in zahlreichen Versuchen ihr Wissen über die Wachstumsbdingungen von Pflanzen erweitert und den Wachstumsvorgang soweit kontrollierbar gemacht, dass sie termingenau Größe und Wuchsstadium für Installationen und Fotografien bestimmen kann. Ihre Auseinandersetzung mit Pflanzen und deren Kontext hat zum Ziel, Kunst und Natur zu synthetisieren.
Karin Hilmar, Gelsenkirchen
Die vorwiegend aus Silikon und Polyesterharzen bestehenden Skulpturen von Karin Hilmar sind Anlehnungen an oder Erfindungen möglicher natürlicher Formen. Ihnen liegt die Suche nach einer neuen Formensprache zugrunde. Dem künstlichen Chararkter dieser Plastiken, die als Hüllen einen Innenraum umschließen, wird vor allem bei den aufgeblasenen Silikonobjekten widersprochen, die auf jede Berührung reagieren.
Astrid Korntheuer, Offenbach
Für ihre gestochen scharfen Inkjetprints von Fotos, die unter anderem Zweige und Äste als undurchdringliche Mauer erscheinen lassen, nutzt die Künstlerin verschiedenen Farbwerte und den Kontrast in ihren Bildern. Die Kompositionen wirken aufgrund ihrer Lebendigkeit in Licht und Schatten abweisend und faszinierend verheißungsvoll zugleich.
Katerina Kuznetcowa, Münster
Es ist die Wechselwirkung zwischen Objekt, Raum und Zeit, die Katerina Kuznetcowa in ihren Installationen thematisiert und hinterfragt. Hauptsächlich geht es ihr um prozessuale Abläufe: Häufig integriert sie in ihre Arbeiten Elemente, die sich mit der Zeit verändern und eigenständig weiterentwickeln. Ein wichtiger Bezugspunkt für die Konzeption ihrer Arbeiten ist der jeweillige Umraum mit seinen architektonischen, klimatischen, soziologischen und kulturellen Besonderheiten.
Ilka Meyer, Berlin
Flechten sind Symbiosen aus Pilzen und Algen. Die Flechtenart, die Ilka Meyer für ihre Arbeit benutzt, bildet an der Unterseite eine Haut aus, mit der sie sich an Mauern andockt. Nasse Flechten quellen auf, aus orange wird grün, sie lösen sich vom Untergrund. Trocknen sie wieder, ziehen sie sich zusammen und haften fest auch an sehr glatten Oberflächen. Sie sind dann wieder orange.
Stephan Reusse, Köln
"Meine Arbeiten beschäftigen sich mit Wahrnehmung und Erinnerung. Diese Installation richtet ihren Blick auf Mäuse, welche des Nachts die Gebäude beherrschen. Ein Laser projeziert mit einem Lichtstrahl die Bewegungsspuren und Silhouetten der Tiere auf die Waende.
In dem Moment, wo man meint sie zu sehen, manifestieren sie sich schon in der Erinnerung. Die Erinnerung baut auf Grund der Erfahrung eine Maus auf aber man sieht sie nicht, weil sie nicht da ist. Es waren nur ein paar vorbeigehuschte Spuren von Linien… ."
Stephanie Senge, München
"Ikebana" ist die Bezeichnung für die japanische Blumensteckkunst, die wie der Buddhismus ursprünglich aus China kommt und in Japan verfeinert und weiterentwickelt wurde.
Seit 2005 entwicklt Stephanie Senge Objekte nach den verschiedensten, von ihr erlernten Regeln des Ikebana. Für ihre Ikebana-Objekte verwendet sie ausschließlich Produkte aus japanischen 100-Yen- oder deutschen 1-Euro-Shops.
(100 Yen-Shops sind sehr große Ladenketten in Japan, die nach der Inflation in den 80er Jahren entstanden und wo alle Produkte für 100 Yen, umgerechnet ca. 80 Cent, erworben werden können. Die meisten Produkte sind "Made in China".
Sandra Voets, Düsseldorf
»Der Raum fungiert als Sammel- und Aufbewahrungsort für Pflanzen und Organisches aus der Seegeniederung. Im Laufe des Jahres wird in Abständen wiederholt nach Blumen, Pflanzen und anderem Organischen gesucht und im Kühlregal gelagert. Durch mehrmaliges Abtauen und Einfrieren entsteht eine spezielle Struktur, die sich deutlich von der einmalig eingefrorener Gewächse unterscheidet. Bei dem Projekt geht es nicht um eine biologische Sammlung, bei der jede Pflanze einzeln und im Detail erkennbar bleibt. Deshalb sind das Sammeln und Finden, Abtauen und wieder Einfrieren ein ergebnisoffener Prozess. Der Zeitraum von zwölf Monaten bietet sich dafür an, denn so dokumentiert die gefrorene Sammlung ein ganzes Jahr." (Westwendischer Kunstverein e. V. zur Installation "Des Grafen Wunderkammer von Sandra Voets)
Textquelle: Künstlerhaus Dortmund
Wann: noch bis zum 11. November 2007
Donnerstag bis Sonntag 16 bis 18 Uhr
Wo:
Künstlerhaus Dortmund
Sunderweg 1
44147 Dortmund
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und latein kannse auch….;-). da mir sowohl die natur als auch die kunst am herzen liegen, werde ich diesen tipp dankbar aufgreifen. bin eh oft in dortmund, das verbinde ich dann mal. nur die oeffnungszeiten sind arg knapp.
Kann ich gar nicht, d.h. nur rudimentär. Habe ich doch alles von der Künstlerhaus Website…
Bestimmt eine interessante Ausstellung. Wenn du hingehst, interessiert mich besonders Sandra Voets Installation. Stinkt es? Blubbert es?